Kategorie: Uncategorized
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DSDL – Deutschland sucht den Leistungsnachweis
Deutschland liebt Zeugnisse. Die Prüfung. Tabellen. Das Ranking. Den Benchmark. Audits. Kennzahlen. Die Evaluation. Den Zwischenstand. Vor allem: den Maßnahmenplan. Wahrscheinlich deshalb tun wir uns so schwer mit Wettbewerben, die andere Länder mit einer fast beneidenswerten Leichtigkeit behandeln: als Bühne, Spiel, Ritual, Gelegenheit zur Selbstinszenierung. Wir dagegen machen daraus sofort eine Standortbestimmung. Beim European Song…
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Schärfer sehen mit Sonder
Es gibt Wörter, die betreten einen Raum nicht laut. Sie kommen nicht mit Fanfare, nicht mit Anspruch, nicht mit jener begrifflichen Wichtigkeit, die sich in Seminaren und Sonntagsreden so gerne selbst begleitet. Sie sind eher wie ein spätes Licht. Es fällt auf etwas, das man längst gesehen hat, vielleicht seit Jahrzehnten, aber nie wirklich benennen…
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Die Zeit redigiert
Es gibt Daten, die geben sich unschuldig. Der 11. April ist so eines. Im Kalender steht in diesem Jahr: Samstag. Ganz sachlich, ganz harmlos. Und doch haben manche Samstage die Frechheit, eine Bilanz zu verlangen. Keine große. Keine mit Excel, Achsenbeschriftung und Kuchendiagramm. Eher eine stille Inventur des Lebens: Wer ist einem begegnet? Wer ist…
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Als das bessere Argument noch ein Versprechen war
Zum Tod von Jürgen Habermas Mit Jürgen Habermas stirbt für mich nicht einfach ein großer Philosoph. Mit ihm verschwindet eine Figur aus der deutschen Öffentlichkeit, die mich immer an etwas erinnert hat, das heute beinahe aus der Zeit gefallen scheint: an den Ernst des Arguments. Ich habe Habermas nie nur als Gelehrten gelesen. Für mich…
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Barbara, Bus, Bier – G’schichten zum Anstoßen
Vor Jahr und Tag war ich Hamburg–München–Hamburg-Pendler. Kategorie „Businesskasper“. In beiden Metropolen fühlte ich mich gleichermaßen wohl – im Norden mit Alsterblick, im Süden mit Bergpanorama. Mein Ritual: vom Münchner Flughafen mit dem Lufthansa-Bus zum Nordfriedhof, dann weiter mit dem Taxi. Einmal saß eine junge Dame im Bus, die man nicht übersehen konnte: rote Haare,…
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Abiturienten, Anstand und Anarchie vor der Auferstehung
Ach, der Frühling. Die Knospen sprießen, die Hormone toben, und vor den Schulen fliegen wieder Mehl, Klopapierrollen und Einhörner in Gummibooten durchs Bild – es ist Abistreich-Zeit. Die Abiturienten des Jahrgangs 2025 haben ihren Bildungsauftrag erfüllt (mehr oder weniger) und feiern das mit der hemmungslosen Euphorie einer Generation, die glaubt, Humor sei ein TikTok-Sound. Ich…
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Würde, Wahnsinn und Wein zum Frühstück
Der 11. April ist ein guter Tag zum Feiern. Nicht nur, weil ich heute Geburtstag habe — sondern weil das Datum auf merkwürdige Weise zeigt, wie man in Würde älter wird. Oder es zumindest versuchen kann. Heino zum Beispiel, 85, ist längst drüber. „Ein Gläschen am Morgen“ singt er — und kippt mit Erotik-Model Micaela…
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Palim-Palim
Ich sehne mich nach Berlin. Ich sehne mich nach dem Freibad. Das Freibad, das sich als soziale Skulptur tief in meinem Gedächtnis verankert hat. Es ist nicht nur ein Ort zum Schwimmen, sondern ein Ort, an dem man lebt, lacht und lernt. Es ist so viel mehr als nur ein Becken voller Wasser. Apropos Berlin:…
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Welch ein Kapitalismus
Es ist ein Privileg, das Leben durch die Brille bemerkenswerter Persönlichkeiten zu sehen. Eine solche Persönlichkeit, die ich im Laufe meines Lebens kennengelernt und bewundert habe, ist Jack Welch. Dieser charismatische und für mich jederzeit zugängliche Mann war ein Gigant der Industrie, der das Antlitz von General Electric (GE) und damit auch das des amerikanischen…
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Gewinn-Verlust- Aversion-Rechnung
Es ist eine universelle Erfahrung, die wir alle teilen, wenn wir älter werden: die Begegnung mit Menschen, die uns, oft mit einem Hauch von Melancholie in den Augen, von ihrer vergangenen Bedeutung erzählen. Sie sind wie alte Burgen, deren Mauern zwar bröckeln, aber immer noch den Glanz vergangener Tage ausstrahlen. Sie sind wie vergilbte Fotografien,…